nu wÄge dir

e lüchtschrift, drüber föif goldigi stern,
glich ob jugendschtil oder ultramodern,
en rote teppich füert is entree,
sibe chronlüchter undes marmorcheminée,
en portier, womer de koffer schleppt,
en kavalier, womer dtüre ufhebt
und frögt „was chanich für dich tue?
wetschno schnÄl ipar oder gömmer grad ue?
nimmsch esglesli schÄmpis, chum, ich laddich i,
oder törfs vilicht echli bordeaux si?“
ich lig ide badwanne und wÄhrenddem
bsorgt er billett für “la bohème“.
das wünschich mir sit langem scho,
ha tröimt so mÄngi nacht devo,
eimal im lÄbe prinzÄssin si,
ich glaub das blibt für immer enutopie.
nu wÄge dir
tuet mir de arsch
schosit drü tag weh,
wÄge dir
farich mitem velo um de bodesee,
nu wÄge dir
schlaf ich im zÄlt,
dich reut sgÄlt
füres hotel am bodesee.
gÄngts emal nach mir,
dÄnn wÄrich mit dir
für ewuche nach paris,
mitem tgv
ad champs-elysées,
oni rucksack usnamswis,
anschtat idnatur
eimal luxus pur,
zmorge gits im himmelbett,
dezue e magnumflÄsche veuve cliquot
ufem silbrige tablett.

ich sta imschlamm bisüber dchnü,
sisch chalt und schiffet scho sitem drü,
jez gats langsam gÄge mitternacht,
ich glaub das wird nütme mitme warme znacht.
mis velo hÄten platte, ufem handy kei empfang,
du glaubsch doch nöd, dasich für dich jez no en egli fang!
brötle chamer nöd, füres für ischs znass,
und überhaupt macht sone velotur mir eifach garkei spass,
ich fllueche lisli vormich hi,
wie haninu, wie haninu so blöd chöne si?
nu wÄge dir
tuet mir de arsch
schosit drü tag weh,
wÄge dir
farich mitem velo um de bodesee,
nu wÄge dir,
sischmer en grus,
nimich us
fetti hecht usem bodesee.
gÄngts emal nach mir,
dÄnn wÄrich mit dir
für ewuche nach paris,
mitem tgv
ad champs-elysées,
erschtklassabteil usnamswis,
anstat idnatur
eimal chli kultur,
bizli bildig schadet nüt,
doch vo monmartre bis zum eiffelturm
findsch du nu, sheg vil zvil lüt.

wie haninu, wie haninu so blöd chöne si?
nu wÄge dir
tuet mir de arsch
schosit drü tag weh,
wÄge dir
farich mitem velo um de bodesee,
ich sÄg dir eis,
ich verreis,
mich xesch nieme
adem gopfverdammte bodesee!
mich xesch nieme, nieme, nieme, mich xesch nieme,
mich xesch niemeeeeeeeeee
adem gopfverdammte bodesee!
------------------------------------------------
nur wegen dir
die icherzÄhlerin trÄumt schon seit jahren von einer reise nach paris im ersteklasseabteil des tgv und mit übernachtung im grandhotel. ein paar schritte über den roten teppich in die von sieben kronleuchtern beleuchtete eingangshalle, eine suite mit himmelbett, ein opernbesuch, champagner à discrétion auf dem silbertablett und vor allem ein kavalier, der ihr jeden wunsch von den augen abliest, kurz: romantik pur.
doch die realitÄt sieht etwas anders aus: eine fahrradtour um den bodensee endet mit einem geplatzten reifen im knietiefen schlamm und strömenden regen. es ist kurz vor der polizeistunde und die suche nach einer gaststÄtte, wo man ein warmes abendessen zu sich nehmen könnte, vollkommen aussichtslos. die icherzÄhlerin ist total erschöpft, hungrig, durstig, durchgefroren und mit ihren nerven am ende, denn zu allem elend hat ihr handy hier auch noch keinen empfang. am rande der verzweiflung schreit sie ihren begleiter an:
„wie um himmels willen konnte ich nur so blöd sein!
nur wegen dir tut mir der arsch schon seit drei tagen weh,
wegen dir fahre ich mit dem fahrrad um den bodensee,
nur wegen dir schlafe ich im zelt, weil du zu geizig bist
für ein hotelzimmer am bodensee!“

 

« zurück